Bei der Weihnachtsfeier Musik zwischen Pop und Klassik kredenzt, aber auch über die Probleme gesprochen, die Krieg und Terror sowie die dadurch ausgelöste Flüchtlingswelle verursachen. © Eva Böhm  

Die Schüler führten ein Singspiel auf. © Eva Böhm
 

Adventsfeier in Pegnitz mit ernsten Tönen

In Christian-Sammet-Mittelschule wurde auch über Leid und Terror gesprochen

PEGNITZ - Große Abwechslung beim Programm der weihnachtlichen Feier in der Christian-Sammet-Mittelschule.

Die Schüler hatten interessante Gedichte und musikalische Solostücke einstudiert. Mit „Der verschlossene Stand“ wurde sogar ein weihnachtliches Singspiel geboten. Dabei erfuhren die Gäste in der voll besetzten Aula, dass der Geschmackshit der Lebkuchen „Waldmeister“ war, in diesem Jahr ist der Renner „Kaugummi“.

Die Proben liefen seit Oktober, die Gedichte wurden in drei Wochen einstudiert. 80 bis 85 Mitwirkende bezwangen ihr Lampenfieber und meisterten ihre Auftritte bestens. Dafür gab es viel Applaus. Rektor Bernd Zimmermann stellte die Frage, ob es sinnvoll ist, ein Weihnachtsfest in einer Zeit zu feiern, die von Terrorismus, Krieg und Klimawandel geprägt ist. Er sagte klar „Ja“, denn in unserem Kulturkreis sei dies ein hohes Fest von großem Wert. Zimmermann äußerte den Wunsch, dass eine Zeit komme, in der Religionen nicht mehr missbraucht werden, um Kriege zu rechtfertigen.

Seit den Herbstferien gibt es eine Übergangsklasse mit 22 Schülern, in der Jugendliche aus Krisengebieten unterrichtet werden. „Ihnen wollen wir eine neue Heimat geben und sie nach besten Kräften unterstützen. Damit machen wir uns auch einen unserer höchsten Werte zu eigen: die Wertschätzung eines jeden Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion und Aussehen.“ Der Schulleiter berichtete von einem erfolgreichen Schuljahr 2015. Gemeinsame Veranstaltungen mit der tschechischen Partnerschule, Klassenfahrten von Nord (Ostsee) über West (London) bis Süd (Italien) ermöglichen den Schülern, weltoffen in das Leben zu gehen. Zimmermann dankte dem Kollegium, der Verwaltung, Hausmeister, Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern

Dank ging auch an den Elternbeirat, der als Weihnachtsgeschenk für die musikalische Ausbildung einen E-Bass spendierte. Bürgermeister Uwe Raab hatte ernste Worte im Gepäck. „Was bewegt uns in diesen Tagen? — Diskussionen um Obergrenzen oder Kontingente, während bei uns die Städte und Häuser weihnachtlich geschmückt sind.“ Kriege und Hungersnöte seien Fluchtursachen. „Auch wir würden uns auf den Weg machen“. Der Übergangsklasse wünschte er Erfolg.

Der Abend klang mit dem Lied „O du fröhliche“ aus. Die Gesamtleitung lag in den Händen von Erich Nitt, die AG Musical wurde von Rebecca Brinkmann, die AG Chor von Stefanie Rötzsch und die AG Band der Klassen 6—10 und 7. Klassen von Erich Nitt und Tobi Proissl geleitet.

EVA BÖHM