Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Die Schulbesten R-Klassen

Max Berner 

9b 

Kristina Sklenarsch 

9b 

Daniel Heinlein 

9b 

Die Schulbesten M-Klassen

Franziska Wallner 

M10b 

Christine Weih 

M10b 

Sina Hauenstein 

M10a 

Abschlussrede von Max Berner

Max Berner bei seiner Abschiedsansprache

Meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr verehrte Lehrer, liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,

nachdem man mir die ehrenvolle Aufgabe übertragen hat, heute die Abschlussrede für die
Klassen 9 A und 9 B zu halten habe ich mir natürlich überlegt:

Was sagt man da überhaupt?
Welchen roten Faden lege ich mir für diese Rede zurecht?

Nehme ich den Vergleich des bisherigen Schülerlebens mit einer Zugfahrt, wo nach dem "Grundschulzug" nun der "Hauptschulzug" im „Quali-Bahnhof“ angekommen ist?

Und wie stellen wir die Weichen für unsere weitere Zukunft?

Einige wiederholen die Fahrt im „Quali-Zug“, zwei nehmen den „E-Zug“ und viele können zum Glück mit dem „Azubi-Zug“ weiterfahren. Wieder andere steigen um in einen Zug der Agentur für Arbeit. Ich hoffe, dass niemand von uns am Bahnsteig zurückbleibt.

Klar ist natürlich, dass ich jedem von uns eine gute Reise wünsche verbunden mit dem Wunsch, dass sie ihren jeweiligen Zielbahnhof erfolgreich erreichen werden.

Oder garniere ich meine Rede mit Zitaten?

In Talkshows werden diese gerne verwendet. Politiker würzen ihre Reden damit.

Warum nicht auch ich?

Jeder von uns hat es sicherlich schon einmal gehört:

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“

Wie viele Generationen von Eltern, Großeltern und Lehrern wollten und wollen uns damit sagen, dass das, was man in der Schule lernt, wichtig fürs Leben sei.

Und wie lange hat es bei den damit belehrten Schülern gedauert, bis sie begriffen haben – oder hoffentlich noch begreifen werden, dass gerade dieses Zitat den Sinn von Schule und Schülerdasein wohl am besten ausdrückt.

In die Schule gehen ist mehr als morgens aufzustehen und jeden Tag 6 Stunden:
sitzen – sitzen, - Pause -,
sitzen – sitzen, - Pause -,
sitzen ... sitzen - --------- und dann endlich nach Hause.

Schlaf nachholen kann man im Sitzen auch nicht so recht, denn immer stört da jemand, meist der Lehrer mit seiner ständigen Wissensvermittlung und Fragerei.

Halten wir uns da nicht besser an Heinrich Zille, einen deutschen Maler und Zeichner:

„Kinder, lernt nicht, sonst müßt ihr später arbeiten.“ – so sein bemerkenswertes Zitat.

Dagegen sagt der polnische Satiriker Stanislaw Lec:

„Wer den Himmel auf Erden sucht, hat im Erdkundeunterricht geschlafen.“

Also was jetzt:

Lernen und später arbeiten ---- oder schlafen und nicht wissen wo man den Himmel auf Erden suchen kann?

Ich hoffe, dass ich für alle meine Mitschülerinnen und Mitschüler spreche wenn ich sage: Eigentlich haben wir gerade ein Stück Himmel auf Erden gefunden und erlebt ---
unsere Schule.

Auch wenn uns das nicht immer sofort bewusst wird.

Es ist auch hier wie im richtigen Leben. Der Eine begreift es früher, der andere später.

Wie viele andere Schüler habe auch ich lernen müssen, dass eine gute Einsicht im Leben zum Glück selten zu spät kommt und es nicht nur eine Lust ist zu leben, Fun und Spaß zu haben,
sondern dass es auch Freude machen kann, in die Schule gehen zu dürfen.

Hatte nicht jeder von uns seine Lieblingsfächer? Hatte nicht jeder von uns seine Erfolgserlebnisse?

Deshalb fällt es jetzt an Ende dieses Schuljahres schwer, unsere Klassengemeinschaften aufzulösen, zu denen wir zusammengewachsen sind.

Wir haben Freundschaften geknüpft aber auch gelernt, Konflikte auszutragen.
Es war ein schönes Jahr und viele von uns haben begriffen wie wichtig ein Qualifizierender Hauptschulabschluss ist und das man auch etwas dafür etwas tun muss.
Wir stehen noch am Anfang unseres Lebens und können noch ganz viel schaffen.

Sollte der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Barrack Obama heißen,
dann hat es dieser charismatische Politiker wohl einem Slogan zu verdanken:

„Yes we can“, ruft er seinen Anhängern zu und diese antworten ... „Yes we can“

Ja, --- wir können es schaffen. Wir müssen es nur wollen.
Und wir müssen das Angebot unserer Schule annehmen und uns vor allem bei denen bedanken, die mit viel Geduld, Verständnis und Engagement immer für uns da waren – unsere Lehrerinnen und Lehrer ... sowie unser Rektor, Herr Graf.

Sie haben es geschafft, uns mehr mit zu geben als nur „Englisch, Deutsch, Mathe und so weiter“.

Sie haben uns auch Wertvolles beigebracht wie Selbstbewusstsein, Selbständigkeit, Verantwortungsgefühl, Kommunikations und Konfliktfähigkeit sowie Fleiß und Ausdauer.

Sie hatten stets ein offenes Ohr für uns und waren bereit, sich mit uns auseinander zu setzen.

Aus diesem Grund möchte ich mich - auch im Namen meiner Mitschülerinnen und Mitschüler - recht herzlich bei der gesamten Lehrerschaft bedanken.

Genauso bedanken wir uns bei unseren Eltern, Geschwistern und allen Mitmenschen die uns während dieser Schulzeit unterstützt und geholfen haben.

Und was bleibt uns Schülern?

Wir werden das gewonnene Wissen jetzt weiter anwenden müssen. Wir werden zu der Generation gehören, die “live-long-learning“ zu ihrem Motto machen muss.

Wenn wir dazu bereit sind, müssen wir vor unserer Zukunft keine Angst haben denn wie sagte schon Sir Peter Ustinov:

"Bildung ist nicht auf die Schule begrenzt. Sie geht unerbittlich weiter bis ans Lebensende"

Ich will in diesem Sinne mit drei Wünschen schließen:

Denen, die es bisher noch nicht geschafft haben, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen und sie zu erweitern, wünsche ich, dass es ihnen gelingen möge.

Denen, an die man schon immer hohe Erwartungen stellte, wünsche ich, dass sie diese auch weiterhin erfüllen.

Denen, die sich ihre Möglichkeiten erst erarbeiten und sie entdecken mussten oder noch müssen, wünsche ich, dass diese Entdeckungsreise erfolgreich weiter geht.

Ihnen und Euch allen alles Gute.

Halt –Stopp: Ich bin noch nicht ganz fertig.

Ich wollte doch wissen, von wem mein schlaues Eingangszitat ist. Also habe ich bei Wikipedia nachgesehen und herausgefunden, dass es von Seneca dem Jüngeren stammt. Geboren im Jahr 1 nach Christi Geburt war er der meistgelesene Schriftsteller seiner Zeit.

Und dann stand da noch etwas: „Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir“

Also werden wir Schüler von unseren Moralaposteln seit Jahrhunderten mit einem verdrehten Zitat konfrontiert. Wer von Ihnen hätte das gewusst?

Sie sehen, dass es sich immer lohnt nachzuforschen und ständig sein Wissen zu erweitern.

Denn wie heißt es doch so schön: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“





Ich danke für die Aufmerksamkeit