medi-Stars begeisterten die Sammet-Schüler

Lehrer Karl-Heinz Will sorgte für außergewöhnlichen Auftritt - Autogrammkarten gingen aus - vor 11 Stunden

PEGNITZ - Franken ist als Basketball-Hochburg bekannt. Dass die Sportart auch in Pegnitz begeistern kann, zeigte sich beim Besuch der Bundesliga-Stars Brandon Bowman und Simon Schmitz. Die Mittelschüler verwandelten die Sammet-Halle in „Freak City“ und feierten die Korbjäger, als hätte medi Bayreuth eben die Deutsche Meisterschaft gewonnen.

Fußball, Eishockey, Handball und Volleyball sind in Pegnitz die dominanten Sportarten, so Rektor Bernd Zimmermann in seiner Begrüßung vor vollem Haus. Deshalb sei es ganz etwas Besonderes, wenn nun gleich zwei Basketball-Stars hier zu Gast seien. Bei der Begeisterung der Jugendlichen sei es durchaus denkbar, dass die Sammet-Schule in naher Zukunft eine eigene Basketball-Mannschaft aufstellt.

Was hat die medi-Spieler veranlasst, ausgerechnet nach Pegnitz zu kommen? „Schuld“ war der Lehrer Karl-Heinz Will, der beim Besuch eines Bundesligaspiels in Bayreuth ein „Meet & Greet“-Treffen mit Ronald Burrell gewonnen hat. Spontan hatte er die Idee, diesen persönlichen Gutschein in einen Werbeauftritt von medi-Spielern an seiner Schule umwandeln zu lassen. Keine Frage, dass er damit bei den Schülern regelrechte Begeisterung ausgelöst hat.

medi-Stars zu Gast: Sammet-Halle wurde zu Hexenkessel

Für einen Schultag der besonderen Art sorgten die Basketball-Bundesligaspieler Brandon Bowman und Simon Schmitz bei ihrem Besuch in der Pegnitzer Sammet-Halle. Lehrer Karl-Heinz Will hatte das Spektakel organisiert und die Mittelschüler waren begeistert. War die Stimmung bei den Trainingseinheiten, bei der Talkrunde und bei einem Testspiel schon richtig gut, so gab es bei der abschließenden Autogrammstunde kein Halten mehr. Die medi-Stars wurden gefeiert, als hätten sie eben die Deutschen Meisterschaft gewonnen.

Auch der Bayreuther Bundesligist hat zu diesem Erfolg beigetragen, schickte er doch zwei absolute Leistungsträger. Der 29-jährige Brandon Kyle Bowman kam einst als absoluter Lieblingsspieler von Trainer Mike Koch in die Wagnerstadt. Beide hatten 2008/2009 mit den Telekom Baskets Bonn den Meistertitel nur um Sekunden verpasst. In seiner langen Karriere schnürte der All Star Game-Teilnehmer von 2009 schon in Italien, der Türkei, Bulgarien, Frankreich, Serbien, Israel , Korea oder Neuseeland die Basketball-Schuhe. Michael Koch: „Brandon ist ein hervorragender Rebounder und zudem ein Allrounder, der nicht nur als Power Forward sondern auch als Small Forward spielen kann. Ich weiß, was ich an ihm habe.“

Mit Simon Schmitz begleitete ihn der Kapitän, der trotz seines jugendlichen Alters von 24 Jahren schon Dienstältester im medi-Team ist, ist er doch der Einzige, der nach dem Erstaufstieg 2010 bis heute Bayreuth treu geblieben ist. Als Glue Guy hält er sein Team wie Klebstoff zusammen, wenn nötig auch von der Bank aus. Er stammt aus einer Basketballfamilie, fungierte doch sein Vater als Bundesligatrainer, und wurde in der Saison 2009/10 zum „Youngster des Jahres“ in der ProA gewählt. Später durchlief Schmitz alle Jugend-Nationalmannschaften und nahm auch an der U 20-Europameisterschaft in Kroatien teil.

Die Schüler wussten den hohen Besuch zu würdigen und verwandelten die Sammet-Halle in einen Hexenkessel, wie ihn die medi-Stars bei den Heimspielen in der Oberfrankenhalle gewohnt sind. Hallensprecher Mike Imhof stand Christian Höreth in nichts nach und heizte die Stimmung zusammen mit einer Trommlertruppe mächtig an.

Nach einer kurzen Fragestunde, bei der Simon Schmitz als Dolmetscher fungierte, standen einige Trainingseinheiten auf dem Programm, ehe sich mit den Tele Tubbies und den Power Rangers zwei Schulteams einen packenden Fight lieferten. Die meisten Sammet-Schüler liefen hierbei zwar in Fußball-Trikots von Bayern München oder Bastian Scheinsteiger, einem erklärten Basketball-Fan, auf, doch auch Brandon Bowman war mit von der Partie, allerdings „gedoubelt“ von Nils Richter, der normalerweise kein Spiel seiner Idole auslässt.

Mit Markus Lehner saß auch der stellvertretende Schulleiter mit dem Trikot „Ergänzungsspieler“ auf der Bank, doch der wurde gar nicht gebraucht.

Selfies mit dem Showman Bowman

Ging das alles noch relativ geordnet ab, so brachen bei der abschließenden Autogrammstunde endgültig alle Dämme. Rund 400 Schüler und Lehrer belagerten Bowman und Schmitz, als hätten diese eben einen Meistertitel gewonnen. Die Autogrammkarten reichten bei weitem nicht aus, und so ließen die Jugendlichen auch Jacken, Handys und nackte Haut signieren. Vor allem Bowman erwies sich als richtiger Showman und stand bereitwillig für Smartphone-Selfies zur Verfügung.

Schade nur, dass die Bundesliga-Saison bis auf das Auswärtsspiel der Bayreuther bei den Brose Baskets in Bamberg schon vorbei ist, sonst hätte medi in der Oberfrankenhalle zahlreiche neue Fans begrüßen können. Kein Wunder, dass schließlich auch Organisator Karl-Heinz Will begeistert war: „Man muss der Jugend nur etwas bieten, dann geht auch was.“

RICHARD REINL