Wussten Sie, dass es in der Christian-Sammet-Schule eine Aktiengesellschaft gibt? Wussten Sie, dass die Schüler zusammen mit Konrektor Günther Müller, der Künstlerin Sona Safaian und der Firma Hohe ein eigenes Logo für die Schule entworfen haben? Wussten Sie, dass diese T-Shirts der Renner beim "Tag der offenen Tür" waren? Wussten Sie schon, dass gestern die Schülerinnen und Schüler aus der Hauptschule Betzenstein an diesem Ereignis teilnahmen?

PEGNITZ (vz) - Der "Tag der offenen Tür" in der Hauptschule Pegnitz wurde nicht nur für die Sammetschule ein großer Tag, konnte sie doch zusammen mit ihren Lehrern einem großen Publikum das zeigen, was an der Schule gelernt wird, was man dort erarbeitet. Ein großer Tag war es vor allem für die Schülerinnen und Schüler aus Plech und Betzenstein, die alle komplett in die Hauptschule Pegnitz, ihrem künftigen Unterrichtsort kamen und im "Gefolge" ein großer Teil der Eltern.
Unter den Besuchern waren auch die Bürgermeister Claus Meyer aus Betzenstein und Karlheinz Escher aus Plech, waren der Schulverbandsvorsitzende Bürgermeister Manfred Thümmler, war Franz Eller von der KSB, Ausbildungsleiter in Deutschland und verantwortlich für die "Schülerpaten", die bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen helfen, Gäste waren auch von der IHK und dem Schulamt nach Pegnitz gekommen.
Alle hieß Rektor Helmut Graf willkommen und das Ehepaar Regina und Erich Nitt präsentierte gleich am Anfang das "Tanz-Ball-Kunstprojekt", Annabell Weih mit dem Abba-Chor "I have a dream" und die Band der Schule. Ein besonderer Gruß galt den Schülern der Partnerschule Slany, die im Pfadfinderheim Körbeldorf nun eine Woche verbringen wird und natürlich auch den künftigen Mitschülern und ihren Eltern aus Betzenstein und Plech.
Unklar ist hier allerdings, wem die "Buh-Rufe" bei der Begrüßung galten, sicherlich nicht dem Rektor oder der Schule, denn Helmut Graf machte bei der Führung für die neuen Eltern des Schulverbands deutlich, dass man um Betzenstein nicht geworben habe. Als aktives Mitglied im Lehrerverband habe er immer die These vertreten, dass die Schule am Ort sein müsse, doch in Bayern bestimme die Kulturpolitik nicht der Lehrer, sondern der Finanzminister. Zur Petition machte Graf deutlich, dass er das, was Betzenstein und Plech im Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags erlebt haben, auch er schon mitgemacht hat. Man fühle sich einfach hilflos.
Es waren rund 500 Schülerinnen und Schüler, die im Scheinwerferlicht ein fetziges Programm der Hauptschule erlebten und mit Beifall nicht geizten. Es waren die Lehrer der Hauptschule dabei und dann viele Eltern aus den neuen Schulorten, aber auch Eltern aus Pegnitz. Viel Platz war nicht mehr in der Dreifachturnhalle, manche mussten stehen.
Beifall gabs auch dafür, dass die Schüler-AG durch Helmut Graf an Bürgermeister Manfred Thümmler und an Franz Eller das neue T-Shirt überreichen ließ und "die Größe passt" ließ der Bürgermeister wissen und war dann besonders erfreut darüber, dass nicht nur alle Hauptschüler, sondern auch viele Betzensteiner und Plecher Eltern den Weg nach Pegnitz gefunden hatten. "Ich weiß, wie schwer es ist, auf eine Schule verzichten zu müssen, aber die mit den kleinen Beinen bleiben bei Ihnen."
Der Bürgermeister sprach hier das Thema Grundschule an, das zwischen Plech und Betzenstein gelöst worden ist, denn jeweils zwei Klassen werden künftig die beiden Schulhäuser bevölkern. Auch das Rektorat ist geklärt, denn Helmut Graf gratulierte Andreas Luber dazu, dass er künftig die Grundschule Betzenstein-Plech leitet.
Die Christian-Sammet-Schule, die seit kurzem stolz ihr Logo an der Außenwand der Turnhalle präsentiert, habe sich schon immer bestens dargestellt, meinte der Bürgermeister. Betzenstein und Plech müsse man nun eingliedern, doch die Stadt Pegnitz, die zusammen mit Schnabelwaid einen Schulverband hat, habe in den letzten Jahren rund zehn Millionen Euro für die Schule investiert. An die Adresse von Betzenstein und Plech sagte Thümmler, dass die Lehrerschaft in Pegnitz immer mit großer Leidenschaft die Kinder unterstützt hat und zwar "dort wo miteinander gelehrt und miteinander gearbeitet wird, mit dem Ziel, Erfolge zu erzielen." Dank sagte der Bürgermeister Rektor Helmut Graf, der nicht nur in Pegnitz Garant für ein gutes Miteinander ist, sondern dies auch den neuen Mitgliedern aus Plech und Betzenstein entgegenbringen wird.
Fast zwei Seiten lang ist das eng bedruckte Programm, das die Hauptschule an diesem Tag bot. Es reicht von vielen Präsentationen über Projekte aus dem Unterricht, geht über Power-Präsentationen, zum Schminkstudio, zum Schnitzen mit Pfiff über das Geisterhaus, die Mohrenkopfschleuder, Ausstellung von Klassenfahrten oder bis zur perfekten Verköstigung, an der vor allem der Elternbeirat mit seinen vielen freiwilligen Helfern beteiligt war. Viele genossen diesen Informationstag, ließen es sich aber nicht entgehen, bei Kaffee und Kuchen, bei Cocktails oder im "Biergarten" noch einige Zeit zu verbringen. Zufrieden war auch der Computerclub Pegnitz, der in der Hauptschule sein Domizil hat, denn das Interesse an Informationen aus erster Hand war groß, allerdings auch bei den Fachleuten aus dem Kreis der Lehrer.
(Nordbayerische Nachrichten vom 03.05.2008)

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