Oliver Kahn motivierte auch Pegnitzer Hauptschüler
Abordnung der Sammet-Schule beim Kongress in der AllianzArena - Patenprojekt wäre fast vorgestellt worden
Oliver Kahn motivierte Hauptschüler

MÜNCHEN/PEGNITZ (vk) - Kurz vor Beginn der Bundesligasaison gab es in der AllianzArena einen Startschuss der besonderen Art: Die neue bayerische Mittelschule wurde beim Hauptschulkongress propagiert. Dazu wurde Uli Hoeneß als erster Botschafter dieses neuen Schulmodells vorgestellt. Er war ebenso mit von der Partie wie Oliver Kahn.

Kultusminister Ludwig Spaenle hatte eingeladen, und über 600 Teilnehmer - darunter eine Abordnung der Christian-Sammet-Schule Pegnitz - waren gekommen.

Das satte Grün des Rasens, das mit Windmaschinen und Bewässerungsgeräten hochgepäppelt ist, und das weite Rund mit 69 000 Sitzplätzen waren eine beeindruckende Kulisse für diesen Hauptschulkongress, der unter dem Motto «Starke Schüler für Beruf und Leben» stand. Von Randolf Rodenstock, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, war zu erfahren, dass ein Drittel aller bayerischen Schüler die Hauptschule besucht. Starke müssten gefordert, Schwache gefördert werden. Es sollen keine Abschlüsse, sondern Anschlüsse vermittelt werden, so Rodenstock.

Einen Staatsminister mit Power erlebten Schüler, Lehrer, Mitarbeiter vom Ministerium und von Regierungen. Denn engagiert stellte Kultusminister Ludwig Spaenle die neue bayerische Mittelschule vor. 200 neue Lehrer sowie mehr Selbstständigkeit an den Schulen kündigte er an.

Drei Schulen präsentierten neue Ideen und Schwerpunkte. Die einen vergaben Sterne, die anderen stellten die Warmherzigkeit als tragende Säule in die Mitte ihres Schulalltags. Nur knapp verfehlte das Patenprojekt der Christian-Sammet-Schule aus Pegnitz, das Corinna Förster erarbeitet hatte, die öffentliche Vorstellung an diesem Tag.

Doch das Highlight war «Ich schaff’s». Oliver Kahn berichtete in einer perfekt aufbereiteten Show - mit der er zurzeit durch Bayerns Schulen tourt - von Erfolg und Niederlagen. Kahn erzählte, wie zäh er an sich arbeiten musste: «Im linken Eck bin ich schwach. Ich stellte im Tor eine Hürde auf und flog 150 bis 200 mal da rüber.» Er zeigte sich an diesem Tag so richtig als Star zum Anfassen.

Den fulminanten Tag fasste Staatssekretär Dr. Marcel Huber zusammen. Franz Eller, Ausbildungsleiter bei KSB, versäumte es nicht, ihn nach Pegnitz einzuladen, um ihm das Pegnitzer Patenprojekt vorzustellen.

Die Hauptschule wird zur Mittelschule, wenn sie folgende Bildungsangebote aufweist: Drei berufsorientierte Zweige (Technik, Wirtschaft, Soziales; ein Angebot zum mittleren Schulabschluss auf dem Niveau der Wirtschafts- und Realschule; modulare/individuelle Förderung im Klassenverband ab Jahrgangsstufe 5; Kooperation mit Berufsschulen, Wirtschaft und Arbeitsagentur; ein offenes oder gebundenes Ganztagsangebot.Bericht in den Nordbayerischen Nachrichten vom 18.07.2009