Ein Erfolgsmodell macht alle glücklich

von Klaus Trenz

PEGNITZ. Fast den ganzen Tag in der Schule, ausgenommen freitags. Vier ganze Tage in der Woche? Das ist eine Vorstellung, die für Schüler sicherlich zunächst einmal – gelinde gesagt – unbequem ist, das kennt man aus eigener Erfahrung. 23 Schüler der fünften Jahrgangsstufe an der Pegnitzer Christian-Sammet-Schule machen seit Beginn des Schuljahrs nach Einführung einer Ganztagesklasse damit aber eine durchwegs gute.

 

Nicht nur als Lippenbekenntnis. Wenn man sich mit den Schülern der Klasse unterhält, meint man die positive Einstellung dazu zu spüren. Diesen Eindruck bekam auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Anette Kramme, als sie gestern die Pegnitzer Ganztageschule besuchte, sich darüber informierte und eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellte Wanduhr überreichte.

„Wir bekommen auch von Seiten der Eltern nur positive Rückmeldungen“, weiß Lehrerin Irmgard Keefer, die die neue Ganztagesklasse im „Tandem“, wie die Lehrer sagen, zusammen mit Kornelia Zaloga leitet. Sie spricht von „sozialem Lernen“ in der Klasse, von einer „guten Klassengemeinschaft“ . Diejenigen Schüler, die einen Förderbedarf als eines von mehreren Zugangskriterien zur Ganztagesklasse erfüllten, hätten ihre Leistungen im Vergleich zur Grundschule schon verbessert.

Vielleicht, so vermutet Keefer, liegt das an der Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag, die eine individuellen Förderung der Schüler mehr als über das übliche Maß hinaus, zulässt: Es ist immer jemand da, der helfen und unterstützen kann. „Wir haben einfach mehr Zeit und Fördermöglichkeiten“, sagt Keefer.

Überzeugend hört sich auch der so genannte rhythmische Unterrichtstag an. Zwischen die lernintensiven Hauptfächer sind Fächer geschoben, „wo die Schüler sich etwas zurücknehmen können“, sagt Schulleiter Helmut Graf. Wie beispielsweise bei Musik oder Werken.

Eine Mittagspause gehört ebenso zum Tagesrhythmus wie ein Hauptfach danach und die anschließende Hausaufgabenbetreuung oder die Freizeitgestaltung, zu der sich Graf einmal mehr Schulpartner ins Boot geholt hat. Vor allem die Volkshochschule, die mit kursähnlicher Freizeitgestaltung diese auch sinnvoll macht. Dabei legt die Schule viel Wert auf das soziale Lernen, den Umgang der Schüler untereinander und mit anderen in einer Arbeitsgemeinschaft.

Dieses Modell wurde erst kürzlich von der KSB mit einem Schulpreis honoriert (der KURIER berichtete). „Die Zwischenbilanz ist durch die Bank positiv“, betont Graf. Schon im Vorfeld hätten auch die Lehrer das Vorhaben einer Ganztagesschule gerne angenommen. Man hofft, die Ganztagesschule bis zur neunten Klasse weiterführen zu können: „Wir wollen, das dies ein Erfolgsmodell wird.“

Bericht im Nordbayerischen Kurier vom 10.01.2009