Lehrer Hans Krellner (l. hinten) und Reinhold Popp vom BN (5.v.l.) sowie Rektor Helmut Graf (r.) sind stolz auf die "AG Handwerk", die 15 Nistkästen baute. Bei der Übergabe war auch Herbert Mühlböck (4.v.r.) zu Gast. Foto: Knauber

«AG Handwerk» zimmerte 15 Nistkästen
An den BN übergeben - Modell stammt von Herbert Mühlböck aus Rackersberg


PEGNITZ - Schon lange hegte Reinhold Popp vom Bund Naturschutz den Wunsch, im Wiesweiher einige Nistkästen für Vögel aufzuhängen. 15 solcher Kästen baute jetzt die «AG Handwerk» der Sammetschule.

Die Nistkästen für Meisen und Stare beruhen auf einem Modell von Herbert Mühlböck aus Rackersberg. Er ist ein großer Vogelfreund und hat den Traum, dass irgendwann einmal in jedem Pegnitzer Garten ein kleiner Nistkasten hängt.

Mühlböck hielt den acht Schülern der AG am Anfang einen Vortrag, welche Vogelart welche Sorte von Nistkasten benötigt. Dann machten sie sich ans Werk, immer zu zweit. Die Kinder sind handwerklich geschult, denn ihr Fachlehrer Hans Krellner aus Schüttersmühle vermittelt ihnen in dieser bayernweit einmaligen AG in wöchentlich zwei Stunden, wie man tapeziert, verputzt, Fliesen verlegt, Möbel baut und Türen lackiert. Die AG ist ein Teil der «Hauptschulinitiative», um die Jugendlichen fit ins Berufsleben zu schicken.

Die Nistkästen waren auch eine kleine Herausforderung. Denn Herbert Mühlböck lieferte zwar das gut abgelagerte Holz, aber jeder musste selber das Flugloch bohren, das Dach decken und die Vorderseite kippbar machen, so dass der BN die Kästen leicht säubern kann, wenn im September die Sommervögel fortfliegen und die Wintervögel einziehen.

Schülerin Nicole war so begeistert von den Kästen, dass sie zu Hause vier Stück nachbaute. Einer davon hat schon gefiederte Bewohner. Ein anderer Schüler erzählte Hans Krellner, dass er jetzt in den Wald gehen und den Vögeln berichten werde, welch schöne Nistkästen sie bekommen. Als Dank, sagte er, werde ihm bestimmt ein Lied gezwitschert.

Herbert Mühlböck zimmert zu Hause regelmäßig Nistkästen. Sie dienen verschiedenen Vogelarten und sind immer anders konzipiert. Er hat auch Fledermauskästen, flach und innen griffig gerillt. Sieht er anderswo, wie jüngst in Türkelstein, dass Kästen ungünstig platziert oder nicht mardersicher sind, tut ihm das Herz weh. Wie einfallsreich Marder den Vögeln nachstellen, erlebte er jüngst im eigenen Garten. Dort setzte sich ein Marder nachts auf eins seiner Vogelhäuschen und kratzte von oben fast ein Loch in die dicke Kipptür. Die Nistkästen aus Mühlböcks Werkstatt sind übrigens preiswert beim Gartenbedarf Ponfick erhältlich.
Nordbayerische Nachrichten vom 29.7.2009