Celina Schlegel (Mitte) gewann. Neben ihr (li. außen) steht Marlene Blaha aus Auerbach, und als Zweiter von rechts ist Sebastian Loos zu erkennen. Er las aus einem Buch mit Sagen des Alpenlandes. © Münch



Berufswunsch: Profifußballer beim FC Bayern

Pegnitzer und Auerbacher beim Kreisentscheid im Vorlesen - vor 9 Stunden

PEGNITZ - 600000 Kinder an 7200 deutschen Schulen machen jedes Jahr beim Vorlesewettbewerb des Buchhandels mit. Sechs von ihnen hatten im Herbst an ihren Schulen rund um Bayreuth gewonnen, als die Sechstklässler gefragt waren. Sie alle stellten sich jetzt in der Stadtbücherei dem Kreisentscheid. Siegerin wurde Celina Schlegel aus Weidenberg. Auch Pegnitzer und Auerbacher waren dabei, etwa Sebastian Loos, der mit seinem Berufsziel überraschte: Profifußballer beim FC Bayern München.

Die Mittelschülerin Claudia Schlegel radelt gern, schwimmt viel, läuft Schlittschuh und malt. Und sie liest auch gern: „Was Gruseliges, Zauberhaftes.“ Entsprechend wählte sie ein Stück aus dem Buch „Vier zauberhafte Schwestern“ von Sheridan Winn. Dabei ging es um gefährliche Felslinge, die ein Haus angreifen. An der lebendigen Interpretation von Celina wurde klar, wie viel Überblick ein guter Lesender haben muss und welche Freude am Darstellen — als sei er im Theater.

Ihre Konkurrenten waren Larissa Sengenberger von der Volksschule Gefrees, Julie Pfaller aus Hollfeld (Gesamtschule), Joshua Albers von der Volksschule in Bad Berneck, Sebastian Loos von der Pegnitzer Sammetschule und Marlene Blaha vom Gymnasium Pegnitz. Wer aber nun Zweiter oder Dritter wurde, verriet die Jury nicht.


Hoffnungen hätte sich hier Marlene Blaha machen können, weil sie so deutlich und freudig las. Die junge Auerbacherin liest gern in ihrer Freizeit („Spannendes, aber auch ganz Unterschiedliches“), spielt Tennis und Gitarre. Für diesen Wettbewerb hatte sie ein interessantes Buch mitgebracht, geschrieben von Andreas Schlüter. Er schildert in „Die Stadt der Kinder“, wie ein Computerspiel unerwartet in die Wirklichkeit übergreift. Denn nicht nur am Bildschirm verschwinden plötzlich Erwachsene, sondern auch real. Marlene Blaha las es aufrecht, mutig, mit schauspielerischer Note und auch mit Sinn für die Pausen.

Unmittelbar nach ihr war Sebastian Loos an der Reihe. Er ist eigentlich nicht der große Bücherfreak, sondern bevorzugt Comics. Aber mit „Der Wunschpunsch“ von Michael Ende wurde er an der Sammetschule zum Klassensieger. Dann fand er für diesen Kreisentscheid in des Vaters Bücherschrank die „Alpensagen“ von Max Steblich.

Seine Mutter schlug ihm daraus die Legende vom Zwergenkönig auf dem Schneeberg vor. Und die bot er fließend, wobei vor allem seine Ruhe beeindruckte. Sebastian hat übrigens als fast Einziger schon ein festes Berufsziel. Er will einmal Profi-Fußballer beim FC Bayern München werden. Dafür trainiert er beim FC Pegnitz.

Alle Kinder mussten aber auch aus einem ihnen unbekannten Buch lesen, das sie später als Prämie mit nach Hause bekamen: „Norden ist, wo oben ist“ von Rüdiger Bertram. In witziger Jugend-Denke schildert er das typische Scheidungskind. Hier war tatsächlich Celina top, weil sie was daraus machte: Sie hatte wieder den Überblick, hob die Szenen und drückte aufs Tempo.