„Hey, das liegt mir!“

Hämmern, schrauben und laubsägen: Sammet-Schüler testen ihre technischen Talente bei einer Rallye

Von Thomas Knauber

Aus den Weihnachtsferien an die Werkbank: Der Stundenplan an der Sammet-Schule sah diesmal für 70 Siebtklässler ein bisschen anders aus als sonst. Sie durften „Technik“ schnuppern. Die Mädchen und Jungen schnitten Kupferrohre, bogen Drähte, befestigten Kabel in Lüsterklemmen, löteten Holzscheiben oder arbeiteten mit dem Akkuschrauber.

„Technik-Rallye“ heißt dieses Bildungsangebot, das handwerkliche Begabungen und technische Talente entdecken lässt und ganz nebenbei neugierig macht auf die Welt der Technik. Dahinter steht das Bildungswerk der bayerischen Wirtschaft, ein Verein. Seine Hauptsponsoren sind die Metall- und Arbeitgeberverbände. Jetzt kam die Rallye zum fünften Mal an die Sammet-Schule. Die Aktion soll vor allem Mädchen für technische Berufe begeistern.

Rektor Bernd Zimmermann weiß, dass es für Siebtklässler etwas früh ist, an einen Beruf zu denken. „Aber in zwei Monaten müssen sie sich entscheiden, in welche Richtung sie sich bezüglich ihrer Fächerwahl bewegen wollen: In den sozialen, technischen oder wirtschaftlichen Zweig.“

Aber er entschärft dies, weil er die Jugendlichen mit zwei Zweigen in die achte Klasse gehen lässt, nicht mit einem, wie es üblich ist. „Erst Ende der achten Klasse entscheiden sie sich dann für eine Richtung.“

Die „Technik-Rallye“ soll eine spielerische Entscheidungshilfe sein. Präsentiert wurde sie diesmal von Diplom-Pädagoge Martin Hillebrand aus Regensburg und von Michael Stoß, einem gelernten Werkzeugmacher. Er leitet inzwischen in Landshut einen Jugendtreff. Die beiden stellten 25 Bastelstationen vor, vom Hämmern, Schrauben und Dynamo basteln bis zum Laubsägen und einem kleinen „Spiegelverkehrttest“ für Zahntechniker.

Wie Hillebrand erläuterte, zeigen diese Stationen das weite Spektrum der Berufe. „Jeder kann irgendwo probieren, bis er sagt: ,Hey, das liegt mir!‘“ Dabei werde aber nicht in die Tiefe gegangen. Das machen Praktika — oder Berufsorientierungen, wie sie den Siebtklässlern demnächst im Landschulheim von Weißenstadt geboten werden. Zudem kommen im Februar heimische Firmen in die Schule und stellen ihre Lehrberufe vor.

Solche direkten Informationen sind wichtig, wie eine kleine Schnellumfrage unter den Schülern ergab. Denn weder Leon noch Vivienne, weder Dana noch Christian wissen bisher, wo es beruflich hingehen soll. Nur Celine hat ein Ziel: Goldschmiedin.

Rektor Zimmermann hat dafür volles Verständnis. „Viele Abiturienten wissen nicht, was sie werden sollen. Woher sollen es dann 13-Jährige wissen?“

NBK Pegnitz vom Donnerstag, 9. Januar 2014