Oper ist nicht langweilig

Papageno im Wunderland erzählt über Märchen, Musik, Instrumente und Stimmlagen

PEGNITZ

Von Ralf Münch

Die Darsteller der Wiener Kinderoper „Papageno“ wollen mit einigen Vorurteilen aufräumen: Opern wären zum Einschlafen langweilig und dicke Frauen würden unverständliches Zeug plärren. Sagt zumindest einer der Darsteller, Günther Zerbes.

In der Christian-Sammet Mitteschule gastierten jetzt die Sänger und Schauspieler – zum Spaß der Schüler. „Papageno im Wunderland“ heißt die Oper, die hier aufgeführt wird. Wobei, und das fügt Zerbes hinzu, handelt es sich gar nicht um die klassische Oper.

Vielmehr ist es eine Erzählung und ein Märchen. Es hat etwas mit der Zauberflöte zu tun. Aber auch mit Verdi, Aida oder Carmen. „Im Grund genommen ist es ein Opernmedley. Etwas, das wir aus verschiedenen Stücken zusammengesetzt haben“, sagt der Sänger, der den Schülern etwas über die Oper erzählt. Darüber, was es alles dafür braucht. Etwas über die Instrumente, den Dirigenten, die Schauspieler, die auch singen können, die verschiedenen Stimmlagen und natürlich auch über das Bühnenbild und die Requisiten.

Doch die Kinder der fünften und sechsten Klassen wissen das Meiste sowieso schon. Denn im Musikunterricht wurde die Thematik der Oper bereits im Vorfeld durchgenommen. Die Schüler wissen was Sopran, Mezzosopran, Alt, Bariton oder Tenor bedeutet – was die Charakteristika der verschiedenen Stimmen ist.

Nach 15 Minuten Einführung beginnen auch die Österreicher mit ihrer Vorführung und erzählen beziehungsweise singen die Geschichte von Papageno. Und sie binden die Schüler in die Geschichte mit ein. Dadurch wird aus einer Oper eine Kinderoper, die für die Kinder verständlich ist, und die immer mehr zu einem Theaterstück wird. „Man kann so durchaus junge Menschen an etwas heranführen, von dem viele denken, dass es schwer zu verstehen sei“, erzählt Zerbes. Mit seiner Panflöte und seinen anderen Darstellern singt und erzählt er in der Turnhalle eine Geschichte über seine große Liebe, Rätsel, die es zu lösen gilt, und (es passiert eben immer wieder) über jemanden, der einem sein großes Glück nicht gönnt.

NBK Pegnitz vom Montag, 16. Juli 2012