Lob für „Dream-Team“ der Sammet-Schule

Abschied von Rektor Helmut Graf und Vize Günther Müller

PEGNITZ - Eine Stunde Verabschiedung war veranschlagt, zweieinhalb sind es geworden: 22 Jahre Rektor Helmut Graf und zwölf Jahre Konrektor Günther Müller waren nicht kürzer zu fassen, haben sie doch in einem kongenialen Duett geschafft, die Mittelschule Pegnitz zu einem in ganz Bayern geachteten Modell-Projekt zu entwickeln.

Der designierte künftige Konrektor Markus Lehner hatte es nicht leicht, den Generationenwechsel an der Sammet-Mittelschule in Worte zu fassen. Schließlich geht nicht nur Rektor Helmut Graf, sondern auch sein Stellvertreter Günther Müller. Der ebenfalls anwesende neue Schulleiter Bernd Zimmermann konnte erahnen, welch schweres Erbe er übernimmt.

Seit rund 40 Jahren war Helmut Graf mit einer kurzen Unterbrechung mit seiner Schule verbunden: Anlass auch für den fachlichen Leiter des Schulamts Bayreuth, Dr. Günter Roß, nachzufragen, was Graf nach seiner aktiven Phase eigentlich machen werde. Er gab ihm einen Rat des früheren US-Präsidenten Eisenhower mit auf den Weg: Er solle sich sechs Monate in einen Schaukelstuhl auf die Veranda setzen und dann langsam zu Schaukeln beginnen.

In seiner fachlichen Beurteilung war Roß voll des Lobes über Helmut Graf: Er habe sich weit über das normal übliche Maß hinaus für seine Schule eingesetzt, große Weitsicht bewiesen, Visionen entwickelt und sich bei aller Kreativität stets loyal verhalten.

Graf habe seine Schule stets vorbildlich geführt und präsentiert, etwa, als sie im September 2010 in München zur ersten Mittelschule Bayerns ernannt worden ist, oder beim Besuch des Kultus-Staatssekretärs Marcel Huber.
Nordbayerische Nachrichten vom 28.07.2011

Traum-Duo" Graf-Müller baute Schule mit Strahlkraft
An der Pegnitzer Sammet-Schule geht eine Ära zu Ende: mit einem zweieinhalbstündigen Festakt wurden Rektor Helmut Graf und sei Vize Günther Müller verabschiedet

Roß blendete auch kurz zurück auf die Biografie von Helmut Graf, der, 1947 in Pegnitz geboren, seiner Heimatstadt mit kurzen Unterbrechungen stets treu geblieben sei. Nach Abitur und Bundeswehrzeit habe er 1973 seinen Vorbereitungsdienst in Pegnitz angetreten. Zunächst für Creußen eingeplant, sei er schließlich zunächst als Aushilfe in Gräfenberg eingesetzt worden, ehe er über die Volksschule Gößweinstein im Jahr 1972/73 nach Pegnitz zurückkehrte. Hier habe er schnell auf sich aufmerksam gemacht, wie erste Beurteilungen belegen: Attestiert wurde darin unter anderem die hohe Einsatzbereitschaft, ein gutes Klassenklima und ein herausragendes Organisationstalent.

So war es nur die logische Folge, dass Graf 1989 zum zweiten Konrektor der Grundschule sowie ein halbes Jahr später zunächst als Hauptlehrer zum Schulleiter und 1992 endgültig zum Rektor der Hauptschule ernannt worden ist.

Nur stichpunktartig konnte Roß die folgende Erfolgsgeschichte aufzählen: Die Einführung des M-Zugs zur mittleren Reife, die Ganztagsbetreuung, die Gründung eines Fördervereins, die Ernennung zur einzigen Musik-Schwerpunktschule in Oberfranken oder die Kooperation mit der Wirtschaft über den Patenverein oder den Arbeitskreis Schule-Wirtschaft seien richtungsweisend gewesen. Die Mittelschule Pegnitz sei zum Erfolgsmodell in Bayern geworden.

Wesentlich dazu beigetragen habe Konrektor Günther Müller, der mit Graf ein „Dream-Team“ gebildet habe. 1949 in Pegnitz geboren, habe er zunächst Geografie und Biologie studiert, ehe er in das Lehramt übergewechselt sei. Über Zwischenstationen in Betzenstein/Plech und Würzburg sei er zur Hauptschule Pegnitz zurückgekehrt, wo er schließlich bis heute Akzente gesetzt habe. 1999 sei er zunächst zum kommissarischen Vize und 2001 schließlich zum Konrektor ernannt worden. Er habe nicht nur den M-Zug mit eingeführt, er sei vielmehr stets bemüht gewesen, die Schüler gut auf das Leben vorzubereiten.

Bürgermeister Manfred Thümmler lobte die Strahlkraft der Sammet-Schule, die mittlerweile über den Schulverbund nahezu den früheren Altkreis Pegnitz abdecke. Das Tandem Graf-Müller habe überzeugende Arbeit geleistet. Graf bezeichnete er als Glücksfall für Pegnitz, sei die Schule unter seiner Führung doch regelrecht „explodiert“. Die Kommune habe hierfür gerne finanzielle Opfer gebracht, etwa bei der bayernweit einzigartigen Altlastensanierung.

Dekan Dr. Gerhard Schoenauer würdigte auch im Namen von Pfarrer Franz Reus die Bemühungen der beiden Pädagogen, die Schüler auf das Leben vorzubereiten. Helmut Graf bot er an, diese Fähigkeiten künftig auch ehrenamtlich, etwa im Schülercafé, einzubringen.

Der Grundschulrektor Wolfgang Leipert strich die Management-Qualitäten des Duos Graf-Müller heraus. Beiden sei es gelungen, die Wirtschaft in ihre Projekte mit einzubinden. Letzteres bestätigte auch Franz Eller, der bedauerte, dass jetzt Rektor Helmut Graf und sein erster Offizier Günther Müller gemeinsam von der Kommandobrücke gehen. Zahlreiche Preise, das einzigartige Patenprojekt und der Kooperationsvertrag für die Wissensfabrik würden belegen, dass hier Berufene mit Herzblut am Werk waren.

Umrahmt wurde die zweieinhalbstündige Abschiedsfeier vom Schulchor unter Leitung von Erich Nitt, von der Bläsergruppe unter Jürgen Böhme sowie von den Solisten Anabell Weih und dem Musik-Studenten Johannes Raum aus Stierberg.

Schließlich hatte das Kollegium unter Federführung von Markus Lehner, Torsten Herzing und Erika Fuchs noch ein Video mit Anekdoten rund um Helmut Graf und Günther Müller zusammengestellt. Auf eine spezielle Würdigung verzichteten sie, sei doch alles in den NN bereits ausführlich dargestellt gewesen.

Wie facettenreich ihr beruflicher Werdegang war, können Graf und Müller nicht zuletzt an ihrem Abschiedsgeschenk nachvollziehen, bekamen sie doch jeweils ein Bild, zusammengestellt aus nicht weniger als 700 Einzelaufnahmen. 
Nordbayerische Nachrichten vom 28.07.2011

Hier noch einige Bilder von Edgar Pfrogner (Nordbayerische Nachrichten).

Weitere Bilder sind im Teil "Kollegium 2010/2011" zu finden.