Markus Sackmann - hier mit den Schulpaten - war nicht nur vom luxuriösen Imbiss (von 13 Schülern gefertigt) begeistert, sondern besonders auch von Sängerin Annabell Weih. Sein Wunsch: "Hat das Mädel noch ein Lied drauf?" Foto: Huber

Bewegtes Leben der „Paten“

Staatssekretär hört bei ihrer Ehrung auch von den Tiefs des Einsatzes für Schüler

PEGNITZ - Als sehr witziger, bescheidener Mensch stellte sich jener Staatssekretär Markus Sackmann heraus, der sich an einem Nürnberger KSB-Messestand dafür hatte festnageln lassen, im alten Schloss feierlich „Paten“ zu ehren. Es handelte sich um Schulpaten: 16 Frauen und Männer aus der heimischen Wirtschaft, die schwachen Hauptschülern seit 2008 dank ihrer Beziehungen und ihres Wissens zu Lehrstellen verhelfen.


Jurist Markus Sackmann, der mit 29 Jahren Landtagsabgeordneter für Cham wurde, der bayerischen JU vorstand und jetzt im Arbeitsministerium ist, warf seine von Münchner Adjutanten geschriebene Rede spontan weg, als er von den Erfolgen der Paten hörte: „Weil ich einfach beeindruckt bin.“ Zuvor hatte ihm der Gründer der Schulpaten, Franz Eller (KSB), vom Auf und Ab erzählt. Zuerst trommelte er frischgebackene KSB-Rentner zusammen, um ein Motor für schulschwache Kinder zu werden und sie vor Hartz IV zu bewahren. Ihnen gelang es damals, zehn von 13 Jugendlichen in eine Lehre zu bringen. „Aber beim ersten Treffen danach hat’s fürchterlich gefetzt. Ich hab gedacht, jetzt ist alles kaputt. Doch ich hatte es wohlweislich ins KSB-Casino gelegt. Es war so toll, dass wir uns da wieder gefangen haben.“

Denn die Paten hatten nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Sie trafen auch Eltern, die ihnen alle Verantwortung zuschoben. Sie mussten manchmal sogar erst Mittagessen kochen, bevor es zum Gespräch kam. Oder sie merkten verblüfft: „Immer, wenn ich in der Familie anrufe, hab ich das Gefühl, ich störe.“

Eller nahm später noch zwei Projekte dazu. Das war ein Erzähltraining für Kindergärtnerinnen, damit Computerkinder wieder ein lebendiges Gegenüber finden, und ein Handwerkstraining für Grundschüler.

Landrat Hermann Hübner lobte die Paten, weil sie den christlichen Auftrag, „ein Segen zu sein für diese Welt“, annahmen. „Sie können keinen Vater und keine Mutter ersetzen, aber mit Ihnen finden die Kinder eine Leitplanke. Hauptamtlich kann die Jugendhilfe dieses Feld nicht abdecken. Sie werden gefordert, aber Sie bekommen auch verdammt viel zurück.“

Mit Markus Sackmann übergab Bürgermeister Manfred Thümmler danach Urkunden an die Paten. Es sind Manuela Aures, Günter Bauer, Hans Bernet, Holger Dach, Heinz Dippold, Hans Funk, Ingrid Gimpl, Günther Müller, Eugen Pflaum, Werner Schaller, Kurt Schiller, Thomas Schoeller, Peter Tanner, Bärbl Völkl, Gerd Weber und Hildegard Wieber.

Umrahmt wurde die Feier beeindruckend vom jungen Blechbläserteam der Sammetschule und von Annabell Weih als Sängerin, von Musiklehrer Erich Nitt am Piano unterstützt.
Nordbayerische Nachrichten vom 12.04.2011