„Ausgezeichneter Ruf“ der Sammetschule

Staatssekretär Marcel Huber überzeugte sich beim Klassenrundgang von der Qualität der Ausbildung

PEGNITZ - Ein dickes Lob zollte Staatssekretär Dr. Marcel Huber der Christian-Sammet-Schule bei seinem Besuch. „Die Mittelschule Pegnitz ist gut und war immer gut — eben weil sie stets größten Wert darauf gelegt hat, ihr Angebot ständig noch weiter zu verbessern.“

Schüler der Technik AG verputzten die Schulaula, was nicht nur Staatssekretär Huber in Erstaunen versetzte.
Foto: Irene Lenk
Mehr als gelungen war die Begrüßung des Münchner Gastes durch die Schülersprecherin Elen Acetta. Denn diese mündete in ihrem heftig beklatschten Ausruf: „Ich bin stolz auf diese Schule, das ist unsere Schule, das ist meine Schule.“

Als „Alleinstellungsmerkmal“ bezeichnete der Kultusstaatssekretär auch den in Oberfranken einmaligen „Schwerpunkt Musik“ an dieser Mittelschule. Passend dazu erklangen Fanfarenstöße der Blechbläsergruppe zum Auftakt der Festversammlung in der Schulaula. Mitreißend war der mehrstimmige Chorvortrag des Erfolgstitels „Let it swing“ unter der Leitung des Musiklehrers Erich Nitt. Einen Achtungserfolg als Solistin heimste dort Annabell Weih ein.

Einblicke ins pralle Schulleben erhielten Politiker, Ministeriumspädagogen, IHK-Vertreter und Bürgermeister Manfred Thümmler bei einem 50-Minuten-Rundgang durch die Klassenzimmer. Erster Zwischenstopp beim Wandverputzen zweier Schüler unter der wohlmeinenden Regie von Fachlehrer Hans Grellner. Diese Technik-Arbeitsgemeinschaft findet bereits zum dritten Mal statt.

Mauerdurchbruch in den Ferien

Weiter ging es zur Schulmensa. Hier kündigte Rektor Helmut Graf einen Mauerdurchbruch in den Faschingsferien an. Zweck: die Vergrößerung des Raumes. Im Rap-Stil präsentierte die Klasse 7d eine Reise durch die Schulwoche. Die Fünftklässler aus der Ganztagesklasse interpretierten musikalisch Wilhelm Buschs Gedicht von „Fink und Frosch“. In nur zwei Unterrichtsstunden hatten sie sich die Verszeilen eingeprägt, berichtete Lehrerin Kornelia Zaloga erfreut. Das mit Fingerschnipsen untermalte Schülerpotpourri endete mit dem herzigen Ausspruch: „Sicher haben sie gemerkt, dass wir die Ganztagesklasse super und toll finden.“

Im Computerraum gab es eine kurzweilige PowerPoint-Präsentation zur Geschichte der Sammetschule. 1970 hatten die Bauarbeiten für dieses Schulhaus begonnen, seit dem Jahr 2000 gibt es hier Mittlere-Reife-Klassen. Arbeitsgemeinschaften bestehen für Theater, Handwerk und Schulband.

In der „geliebten Schulküche“ hieß Elen Acetta die Gäste willkommen. Der Fachbereich „Soziales“ mit Kochen, Dekorieren und Auftragen des Essens sei sehr beliebt. Von der (nicht nur kulinarischen) Leistungsfähigkeit der Catering-Firma, auch einer Schüler AG, konnten sich die Gäste beim anschließenden Mittagsnack überzeugen. Diese Arbeit im Fachbereich Soziales „kommt unheimlich gut an bei den Schülern“, berichtete Lehrerin Claudia Stadler. Mit einer Reihe von Erfolgsnachrichten konnte Klassleiter Albrecht Heimberg in der Lernwerkstatt aufwarten. Er berichtete, dass von 24 Abgängern aus dem Jahr 2007, die eine Ausbildung angetreten hätten, inzwischen alle übernommen worden seien.

Bestimmendes Mobilar im Raum war eine U-förmige „Lerntheke“. Diese war vom KSB-Lehrlingsnachwuchs angefertigt und von Sammetschülern unter Anleitung aufgebaut worden. KSB-Ausbildungsleiter Franz Eller weihte das gute Stück formlos ein. An dieser Lerntheke werden Hausarbeiten besprochen und die Vormittagsarbeit geplant.

Die Siebtklässler ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen und luchsten Staatssekretär Huber ein Autogramm auf ihrer Siegerurkunde aus dem Schulturnier im Fußball ab. Außerdem erhielt der Münchner Besuch eine Reihe von Schülerpräsenten überreicht. Vom Mittelschulbecher bis zur Laubsägearbeit, einem aufwärtsgerichteten Holzpfeil, eine Art positives Omen für den „Aufbruch zur Mittelschule“. Außerdem die in der NN-Redaktion von Schülern erstellten Zeitungsseiten, die inzwischen in einem KSB-Wettbewerb mit 500 Euro prämiert worden waren.

Beeindruckt vom Erfolg der Sammetschule zeigte sich schon vor dem Rundgang Staatssekretär Huber. So sei die Pegnitzer Schule „ihrer Zeit und anderen Schulen stets einen Schritt voraus“ gewesen. Sie habe ihren Schülern alle Bildungsangebote, die eine Mittelschule kennzeichnet, schon „seit längerer Zeit zur Verfügung gestellt“. Die „offizielle Beförderung“ der Hauptschule zur Mittelschule sei somit auch eine „Anerkennung der bisher geleisteten Arbeit“.

Die Hauptschulen seien in den letzten Jahren ins Gerade gekommen. Doch dieses „schlechte Image“ sei völlig unverdient, unterstrich der CSU-Politiker. Auch die bange Schülerfrage „Ich bin nur auf der Hauptschule, was habe ich für Chancen?“ versuchte er zu entkräften.

In Wirklichkeit sei das Gegenteil der Fall. „Mancher Handwerker wird bessere Einkünfte haben, als mancher Akademiker in den Geisteswissenschaften.“

Das Alleinstellungsmerkmal der bayerischen Mittelschule sei die „starke Berufsorientierung“. Und gerade hier leiste die Sammetschule besonders viel. Beim Übergangsprozess von der Schule ins Berufsleben helfen Berufsinformationen der Wirtschafts- und Juniorenakademie. Hier würden auch erste Kontakte geknüpft.

Eine Kooperation gebe es auch zwischen Schule und KSB. Schülerpatenprojekte unterstützen dabei auch während der wichtigen Bewerbungsphase. Darum sei es kein Wunder, dass sich die Schule innerhalb einer ganzen Region einen „ausgezeichneten Ruf“ erarbeit habe. „Wenn einer wissen will, wie wir uns eine gelungene Mittelschule vorstellen, soll er sich die Christian-Sammet-Mittelschule anschauen.“ Rektor Grafs Replik auf dieses vielfache Lob: „Das hat gut getan.“ Sein Dank galt auch dem Schülergros zum Ende der Feier in der Aula: „Liebe Schüler, so brav habe ich euch noch nie gesehen.“

Frank Heidler, Nordbayerische Nachrichten

Bilder: Irene Lenk