Mit Schlaghammer, Bohrer und Meißel

Acht Sammet-Schüler helfen ehrenamtlich bei Sanierung des Gemeindehauses mit

Das evangelische Gemeindehaus braucht eine Sanierung. Gut zu wissen, dass es Helfer gibt, die manche Arbeiten völlig kostenlos erledigen.

„Wir haben am sechsten Juli angefangen. Jede Woche am Dienstag und Mittwoch sind wir hier“, erzählt Hans Krellner, Lehrer an der Christian-Sammet-Schule. Zusammen mit seinem Kollegen Peter Böhme betreut er die acht Jugendlichen der freiwilligen Arbeitsgemeinschaft Handwerk, die hier etwa mit dem Vorschlaghammer, dem Meißel und dem Schlagbohrer brachial zu Werke gehen. Trennwände werden mit dem Trennschneider entfernt oder 50 Quadratmeter alte Holzdecken abgerissen. Fliesen werden abgeschlagen, Möbel, Toiletten und Waschbecken abgebaut und entsorgt.

Eine bessere Note gibt es dafür nicht, genauso wenig wie eine Entlohnung. Was es gibt, ist eine Bescheinigung, dass die Schüler hier teilgenommen haben. „Eigeninitiative und freiwillige Arbeit machen sich immer gut in einer Bewerbung. Damit kann man später immer etwas anfangen“, fügt Krellner hinzu.

Im Handwerksunterricht der Schule wird den Jugendlichen zwar gezeigt, wie tapeziert, lackiert, verputzt oder Möbel gebaut werden, jedoch ist die „echte“ Arbeit, die direkt vor Ort, etwas anderes. Denn wann hat man in der Schule schon einmal die Möglichkeit etwas abzureißen. „Ich habe zwar daheim schon mit meinem Opa zum Beispiel das Bad renoviert und auch ein bisschen Erfahrung gesammelt, aber so etwas habe ich noch nicht gemacht. In der Praxis lernt man es eben doch noch am leichtesten“, sagt der Schüler Marcel Zitzmann aus Elbersberg, der gerade mit dem Hammer und dem Meißel eine Wand bearbeitet. Auch sein Klassenkollege Markus Stieg aus Pegnitz ist von seiner freiwilligen Arbeit, die er hier absolviert während andere bereits daheim vor dem Computer sitzen, begeistert: „So lernt man, wie es geht“, sagt er und setzt den Bohrhammer an, mit dem er eine Trennwand in der Toilette im Untergeschoss entfernt.

Nächsten Dienstag oder Mittwoch werden die Schüler mit ihrem Projekt fertig sein und die Handwerker dürfen anrücken. „Neue Decken, Böden oder Fliesen machen wir hier nicht rein. Das müssen die Profis, die das auch gelernt haben, machen“, erklärt Krellner. mü

NBK Pegnitz vom Freitag, 22. Juli 2011