Vom NN-Texter zum Klavierbauer

Siebtklässler schildern unbekümmert und mit Humor ihre „Berufsfindung“ — Mit dabei: Wertvoller Einkaufstipp

PEGNITZ - Wie alt sind Siebtklässler im Schnitt? 13. Mit diesen 13 müssen Hauptschüler schon an ihren Beruf denken und in ein Schulprojekt dafür steigen. Einige, die groß gewachsen sind, machen das locker. Andere, die schmal und schüchtern sind, bräuchten noch Zeit. Aber sie müssen.

Moritz Schmidt (r.) war die tragende Kraft für die bei den NN gefertigte Projektzeitung. Er und Norissa Müller bedanken sich bei Redakteur Thomas Knauber (hinten) mit einer Urkunde.
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Von den Starken in der Klasse getragen, kommen sie trotzdem ins Finale: Gestern abend präsentierten auch sie ihre ersten Schritte zum Klavierbauer oder Industriekaufmann, zum Bademeister oder Texter.

Denn Lehrer Albrecht Heimberg hatte seine 7a der Sammetschule in Sachen „Berufsfindung“ weit verstreut. Zwei Gruppen landeten in Zeitungen. Darunter waren Debora Köhler, Norissa Müller, Tino Haberl, Moritz Schmidt, Benedikt Körber, Stefan Hoffmann, Andreas Kachel, Stefan Kobelt und Jeremy Schörk. Sie lernten bei den NN: Man muss mehr mitbringen als nur Notizen (nämlich einen kompletten Text), man muss auch beim dritten Anlauf noch Lust haben, man muss Korrekturen ertragen und der Feinschliff dauert und dauert... Wobei das Schlimmste die zündende Überschrift ist.

In diese Artikel packten die Jungredakteure, was sie im Vorfeld gelernt hatten, was ihnen zum Beispiel die Fächer „Wirtschaft“ oder „Technik“ gaben. Jetzt bei der Präsentation vor ihren Eltern und Lehrern wiederholten sie das, möglichst ohne Spickzettel. Dabei fiel einem Jungen das undankbare Fach „Deutsch“ zu. „Es ist fürs Verkaufen wichtig“, sagte er, „um Lehrlingen etwas zu erklären. Ich persönlich hab es noch nicht so oft gebraucht, aber ich nehme an, das kommt schon noch.“

Ein anderer, Stefan Hoffmann, widmete sich der „Religion“: „Nicht wichtig? Das ist ganz, ganz wichtig! Man muss da alles über Gott lernen. Für viele ist er ja kein Bestandteil des Lebens mehr, aber: Wo kommt denn alles her?“

Auch Höflichkeitsregeln wurden vorgestellt („Schau dem andern in die Augen!“) und Englisch: „Überall sehr notwendig.“

Albrecht Heimberg war am Ende sehr zufrieden. „Habt ihr doll gemacht. Aber ich hab’s auch gar nicht anders erwartet.“ Er freute sich, dass Peter Liewald von der IHK gekommen war, weil er als Ausbildungsaquisiteur für viele Schülern in der letzten Sekunde noch Lehrstellen auftreibt. Außerdem gibt seine IHK jetzt 2000 Euro, um den Siebtklässlern im Januar einen Test zur Persönlichkeitsentwicklung zu bezahlen.

Heimberg dankte weiter der immer unterstützenden KSB. Sie hilft, sein 7a-Projekt in einen Schulwettbewerb einzureichen.

Konrektor Günther Müller zeichnete anschließend Norissa Müller, Debora Köhler, Lisa Janle und Moritz Schmidt aus, weil sie einmal in der Schule besondere Zivilcourage gezeigt hatten, als ein Mädchen bedroht war.

Im zweiten Teil des Abends schilderten alle Siebtklässler kurz — teils mit eigenen Wandpostern erklärt — wie ihr erstes Schnuppern in Firmen während der Herbstferien ausfiel. Sie waren zwar nur für einen Tag bei Kaufland oder im Kloster Michelfeld gewesen, im CabrioSol oder bei der Autowerkstatt Ollet im Ahorntal. Aber jeder war so begeistert von seinem Schnuppern, dass er sich erstens sehr bedankte (Moritz Schmidt sogar mit Blumen) und zweitens beschloss: Das wird mal mein Beruf.

Die Mädchen und Jungen machten dabei interessante Beobachtungen. So gab ein junger Mann, der bei Rewe gehört hatte, dass Freundlichkeit, Ehrlichkeit und „Spaß an der Arbeit“ gefordert sind, den Eltern den „kleinen Tipp“ mit: „Alles Billige findet ihr gaaanz unten im Regal, und das teure auf Augenhöhe!“

Ein Mädchen, das Tierarzthelferin werden will, nahm seinen Kater mit in die Plecher Praxis. „Den haben wir dann gleich kastriert.“

Ein Junge hörte von den Klavierbauern bei Steingraeber, dass man immer hoch konzentriert sein muss, gut hören und sehen muss und drei Fremdsprachen beherrschen: Englisch, Französisch und Spanisch. „Und topfit in Mathe!“
Nordbayerische Nachrichten vom 12.11.2010

„Einer für alle, alle für einen“

Kurier-Zeitungsprojekt: Sammet-Schüler der 7 a lernen, was Zusammenhalt bedeutet
Teamwork – das ist der entscheidende Begriff. Die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Klassenkameraden haben die Schüler der Klasse 7 a der Sammetschule nach dem Abschluss ihres Zeitungsprojektes mit dem Kurier erst richtig kennengelernt.
Die Schüler stellten ihre Ergebnisse den Eltern, Fachlehrern und Vertretern von Pegnitzer Betrieben vor. Sie machten dabei deutlich, dass sich das Projekt verzögert hat, weil einige die Texte nicht rechtzeitig abgegeben haben. Deshalb sollte der Spruch „Einer für alle, alle für einen“ ab jetzt ein wichtiges Motto sein.
Auch als sie die einzelnen Fächer vorstellten, war Zusammenarbeit wich tig: So half schon mal ein Schüler dem anderen aus, wenn der Text hakte. Es gab auch einiges zum Schmunzeln. Ein Schüler stellte das Fach Deutsch vor mit der Endbemerkung: „Ich habe Deutsch noch nicht so gebraucht, aber das kann ja noch kommen“ – damit hatte er alle Lacher auf seiner Seite.
Lob für die Redaktion
Alle bedankten sich bei den beiden Pegnitzer Zeitungsredaktionen dafür, dass sie sich Zeit für die Schüler genommen und ihnen erklärt haben, was für den Aufbau einer Zeitung wichtig ist. Es kamen zwei völlig unterschiedliche Produkte heraus, sowohl vom Format als auch vom Layout. Der betreuende Lehrer Albrecht Heimberg will die beiden Zeitungen dem Kultusministerium vorlegen und bei einem Wettbewerb einreichen. Mit einem Bewertungsbogen will er die Zeitungen zudem in den Klassen verteilen und Fragen wie „Was fehlt euch?“ oder „Was findet ihr gut?“ stellen. Die Begeisterung für die Projektarbeit war dem Pädagogen deutlich anzumerken. Fast gerührt sagte er: „Es macht Spaß, mit diesen liebenswerten Chaoten zu arbeiten.“
Beim zweiten Teil des Abends stellten die Siebtklässler ein weiteres Projekt vor. Jeder hat einen Tag hinter die Kulissen eines Betriebs geblickt, sei es bei KSB, Rewe oder einer Physiotherapiepraxis, und berichtete nun darüber. Etliche wollen sogar demnächst ein Praktikum in „ihrer“ Firma machen. Einige Schüler bedankten sich bei den Firmen – Moritz Schmidt zauberte sogar einen Blumentopf für seine Betreuerin hervor.
Peter Liewald, Vertreter der IHK, lobte die Schüler: „Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht.“ Die IHK wird den Schülern laut Heimberg bald einen Test zur Persönlichkeitsentwicklung finanzieren.

Schüler hauen in die Tasten
Yannick und Tanja zu Gast in der Kurier-Redaktion: Ihr Zeitungsprojekt nimmt langsam Gestalt an

Alle paar Tage kommen einige Schüler der Klasse 7 a der Sammetschule in die Kurier-Redaktion, um an ihrem Zeitungsprojekt zu arbeiten und sich Tipps zu holen. Inzwischen ist aus vielen Ideen ein Dokument mit insgesamt acht Seiten geworden. Das Ganze soll sich in den nächsten Wochen zur Schülerzeitung entwickeln und natürlich auch verkauft werden.
Immer am Ball sind Tanja Dietze und Yannick Hofmann, die auch gestern wieder bei der Gestaltung mitgearbeitet haben. Das Grundkonzept steht inzwischen, die Schüler stellen auf den verschiedenen Seiten die Fächer Technik, Soziales und Wirtschaft vor. Dabei geben sie Tipps und erläutern, mit welchem Berufszweig man welchen Beruf erlernen kann.
Dabei können sie sich selbst überlegen, welcher Zweig für sie der richtige ist und welche Möglichkeiten ihnen durch die Wahl des Faches offenstehen. Denn schon bald müssen sie sich entscheiden, welchen Weg sie in der achten Klasse einschlagen wollen. Die Fotos für die Zeitung haben sie zum großen Teil selber gemacht und sie selbst auf den Seiten platziert. Auf dem USB-Stick werden die Daten nun immer wieder zwischen der Redaktion und den Schülern ausgetauscht, Kleinigkeiten verändert und wieder weitergeschickt.
„Das Projekt macht uns schon Spaß, aber es bedeutet auch viel Arbeit“, erzählte Yannick in der Redaktion. Vieles muss neben den Haus aufgaben zu Hause erledigt werden und da wird es mit anderen Hobbys wie Sport schon mal eng. Aber in den Deutschstunden heißt es dann entweder: ab in die Redaktion oder Gruppenarbeit für die Zeitung. Dann wird getüftelt, welche Schriftgröße verwendet werden soll und welche Schriftarten zur Verfügung stehen.
Albrecht Heimberg, der betreuende Deutschlehrer, gibt ihnen dabei Tipps und Anregungen und spricht über Möglichkeiten, die Seiten voll zu kriegen. Denn fließender Text ist nicht unbedingt immer das Beste. Die Leser sollen beispielsweise auf einen Blick sehen, welche berufliche Möglichkeiten bestehen, wenn man eine bestimmte Fachrichtung wählt.
Auf jeden Fall sind die meisten Schüler der Gruppe sehr motiviert und bringen viele Ideen und auch Kritik mit in das Projekt ein. Das ist laut Heimberg auch Sinn des Projektes, er will ihnen kritisches Denken und den Unterschied zwischen faktischen Texten und Meinung darstellen. ike
Nordbayerischer Kurier vom 27.10.2010

Moritz Schmidt (r.) beim Verfassen des Textes über die Pegnitzer KSB. Hier in der NN-Redaktion mit Norissa Müller und Jeremy Schörk. Foto: Lenk


Zeitung machen kann Spaß machen

Siebtklässler der Pegnitzer Mittelschule entwarfen und füllten mit „NN“-Unterstützung drei Seiten

PEGNITZ - Was soll ich nach der Schule werden? Die Klasse 7a der Christian-Sammet-Mittelschule, hat sich bei dem Projekt „Wie finde ich mein Profil“ mit der Zukunft befasst. Daraus ist eine Schülerzeitung über die Bereiche Technik, Wirtschaft und Soziales entstanden.

Statt Schüler waren Jeremy Schörk, Moritz Schmidt, Norissa Müller für einige Stunden Redakteure. In der NN-Redaktion entschieden sie, welche Texte wo platziert werden, wählten die Bilder aus und überlegten sich Überschriften für die Berichte.

Am Ende sind daraus drei Zeitungsseiten entstanden, mit Texten der Schüler. So sprach die Klasse zum Beispiel mit Franz Eller, Ausbildungsleiter bei KSB, über die Chancen, dort einen Ausbildungsvertrag zu erhalten. Norissa befasste sich mit der Mittelschule, Jeremy war Fotograf und Moritz schrieb einen Bericht darüber, wie sich die Sammetschüler auf ihr Berufsleben vorbereiten. Andere schrieben über Voraussetzungen und Möglichkeiten in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Soziales.

„Da sieht man erst einmal, welche Arbeit hinter einer Zeitung steckt“, zieht Moritz am Ende des Projektes Bilanz. Doch für den 14-Jährigen hat sich der Aufwand gelohnt. Denn jeder Schüler bekam eine Note und Moritz wurde mit einer Eins unter anderem dafür belohnt, dass er auch in seiner Freizeit in die NN-Redaktion gekommen ist, damit die Zeitung tatsächlich rechtzeitig zum Redaktionsschluss fertig wurde.
Nordbayerische Nachrichten vom 29.10.2010