Volkes Stimme wählt Nina Bauer

Das neue Christkind: Knapper geht’s nicht:

Traditionen sind da, um auch einmal gebrochen zu werden. So wie gestern bei der Christkindwahl. Denn da ist etwas passiert, das sogar den sonst so redegewandten und lösungsfreudigen Bürgermeister Thümmler für zwei Minuten im Saal des Alten Rathauses nachdenklich sitzen ließ.

Der Grund: Zum ersten Mal in der Geschichte des Pegnitzer Christkindes gab es zwei Bewerberinnen die, nachdem die Punkte der Jury mit den Punkten der Volkswahl zusammengezählt wurde, genau auf gleicher Höhe lagen. Zwei Christkinder auf einmal – das geht nicht. Was tun? Thümmler hatte nach Absprache mit den restlichen Jurymitglieder die zündende Idee: In diesem Jahr entscheidend über den endgültigen Ausgang das Votum des Volkes.

Insgesamt 222 Stimmzettel wurden bei den beiden Pegnitzer Tageszeitungen abgegeben. Und hier lag Nina Bauer vorne. Gesagt werden muss, dass alle drei Bewerberinnen bei der Punkteverteilung der Jury unglaublich nah beieinanderlagen. Drei junge Damen mit Charme, Witz und Esprit.

Kess waren sie alle, und das neue Christkind allemal. Wie etwa beim Aufsagen des Weihnachtsprologs: „Fünf Wochen sind es noch, dann kommt die Zeit, wo man den Christbaum schmückt, und sich aufs Feiern freut.“ Thümmler korrigierte gleich, dass im Prolog nicht fünf Wochen, sondern zwei Wochen steht. „Das ist richtig. Aber bis Weihnachten sind es schon noch knapp fünf Wochen“, konterte Nina.

Alle engagieren sich

Sportlich begeistert sind sie alle, genauso wie sozial engagiert, sie setzten sich in der spärlichen freien Zeit für die Allgemeinheit ein. Ann-Helen Hagelloch etwa hat bereits ihr freiwillig-soziales Jahr in der Pegnitzer Stadtbücherei absolviert, ist Tutorin der Klasse 5 c am Pegnitzer Gymnasium – sie zeigt den Neulingen also, wie das Gymnasium „funktioniert“, und kümmert sich um sie.

Franziska Kraft ist bereits seit drei Jahren bei der Feuerwehr Ottenberg tätig. Und Nina Bauer von der Christian-Sammet-Mittelschule ist zum einen stellvertretende Schulsprecherin, zum anderen Koordinatorin von 19 Schülerlotsen: „Früher haben wir das zu zweit gemacht. Als die eine nicht mehr konnte, hatte ich gesagt, dass ich es dann eben alleine mache.“

Wo sonst jedes Jahr dem Christkind nur ein Engel hilfreich zur Seite steht, sind es in diesem Jahr zwei. Ann-Helen und Franziska werden das Christkind begleiten, ab und an auch vertreten. Und selbst dann werden es einige hektische Wochen für Nina Bauer in der eigentlich so geruhsamen Weihnachtszeit. „Der Bürgermeister von Hummeltal hat bereits einen Termin reserviert, das Seniorenheim Creußen auch“, sagt die Betreuerin der drei himmlischen Wesen, Daniela Förtsch aus dem Rathaus. Weitere Termine folgen noch. Meistens, so Förtsch, hat ein Christkind zwischen 20 und 25 Auftritte. Und der erste wird gleich kommenden Freitag bei der Eröffnung der Adventsstadt sein.

Von Ralf Münch