Auf großes Interesse stößt im Moment ein Erste Hilfe-Kurs in Zusammenarbeit mit dem BRK Pegnitz. Foto: Claus Volz

Ganztagsunterricht kommt gut an

Sammet-Mittelschule lockt hier mit Zusatzangeboten — Bald vierte Klasse nötig?

PEGNITZ - Der Ganztagsunterricht an der Christian-Sammet-Mittelschule ist ein Erfolgsmodell. Drei Klassen in drei Jahrgangsstufen werden so von Montag bis Donnerstag bis 16 Uhr betreut. Es wird ein abwechslungsreiches Programm geboten, das auch Hausaufgabenbetreuung beinhaltet.

Die Lehrerinnen Kornelia Zaloga, Hanne Schacht und Doris Reithmeier sind die Klassleiterinnen. Sie werden im Tandem von Irmgard Keefer und Maria Lindner unterstützt. Mit ihnen, mit Rektor Helmut Graf und Markus Lehner, der von Anfang an dabei war und vor allem im organisatorischen Bereich wichtige Arbeit geleistet hat und noch leistet, führten die NN ein Gespräch.

Helmut Graf erinnerte an die Vorbereitungen zur Einrichtung dieser Ganztagsklasse. Man habe verschiedene Schulen in Oberfranken besucht und sich dort beraten lassen und

habe Informationen gesammelt. Inzwischen laufe es in Pegnitz bestens, und dieses Jahr habe es so viele Anmeldungen gegeben, dass nicht alle Wünsche befriedigt werden konnten. Erste Nachfragen aus den vierten Klassen für das nächste Schuljahr lägen bereits vor.

In den Pegnitzer Ganztagsklassen gibt es einen „Rhythmisierenden Stundenplan“. Dies bedeutet zum Beispiel, dass die betreuten Arbeitsstunden an den verschiedenen Tagen auch zu verschiedenen Zeiten stattfinden.

Ganztagsklassen bringen viele Vorteile für Schule und Kinder. Für jede Klasse werden zusätzlich zwölf Lehrerstunden zugewiesen, außerdem gibt es pro Klasse und Jahr 6000 Euro. Geld, das für Sonderleistungen ausgegeben werden kann.

Vhs im Boot

Von denen gibt es viele, etwa Kurse der Volkshochschule, Nordic Walking, Aquarellmalerei, Selbstverteidigung, EDV, Sanitätsausbildung und Sport. Die Abenteuerwerkstatt Betzenstein bietet ebenfalls Stunden an.

Es gibt Arbeitsgruppen Gewaltprävention, „Typisch Mädchen“ und „Typisch Jungs“.

Bei den betreuten Arbeitsstunden werden die Klassen geteilt, so dass intensiver gelernt werden kann. Bei der Hausaufgabenbetreuung ist es Ziel, alle Arbeiten in der Schule zu machen, so dass daheim nichts Schriftliches mehr zu erledigen ist, wobei aber zu Hause vor allem Vokabeln gelernt werden müssen.

Die Kinder haben in den Ganztagsklassen mehr Freiheit, und die Lehrer haben festgestellt, dass die Umsetzung des „Sozialen Lernens“ Früchte trägt. Immer häufiger helfen sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig. Das Konzept, das die Sammet-Schule der Regierung vorgelegt hat und sich vor allem mit „Sozialem Lernen“ befasste, fand dort deshalb großen Zuspruch.

Eingliederung in die Gruppe, Disziplin beim Mittagessen, aufeinander Rücksicht nehmen oder voneinander lernen, alles Dinge, die die Lehrer im Verhalten der Schüler als sehr positiv einstufen.

Das ganze Konzept sei stimmig, stellte Helmut Graf fest. Bei einer Umfrage unter Eltern, Lehrern und Schülern habe man über die Ganztagsklassen überwiegend Lob bekommen. Täglich werde für die Schülerinnen und Schüler ein Mittagessen für 3,50 Euro angeboten. Selbstverständlich habe man auch den Schulbusverkehr erweitern müssen. Alle Kinder kommen heim, ob sie nun aus der entfernten Ortschaft Spies oder aus Münchs stammen.

Graf machte deutlich, dass man im nächsten Jahr das Ganztagsangebot sicherlich auf eine vierte Klasse (5 bis 8) erweitern werde, denn die Vorteile seien einfach zu groß.

Am Finanziellen, so der Schulleiter, werde dies nicht scheitern, denn bereits jetzt unterstütze der Förderverein der Sammet-Mittelschule finanzschwache Eltern durch Zuschüsse zum Mittagessen.
Nordbayerische Nachtichten vom 27.10.2010