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Regierung von Oberfranken

Bezirksschülersprecherwahl 2010/2011

Ausbau der Schülermitverantwortung in Oberfranken;
Mittel-/Hauptschulen wählten Bezirksschülersprecher

Am 18. und 19.11.2010 wurde die Bezirksschülersprecherin der Mittel-/Hauptschulen Oberfrankens in der Festungsherberge in Kronach gewählt. Organisiert wurde die zweitägige Veranstaltung von der Regierung von Oberfranken durch Verbindungslehrerin Birgit Turtenwald, Beratungsrektor Andreas Götschel und Regierungsschulrat Stefan Kuen.

Stefan Kuen gratulierte der Bezirksschülersprecherin Elen Accetta, Christian-Sammet-Volksschule Pegnitz, und dem stellvertretenden Bezirkschülersprecher Julian Schütz, Volksschule Frankenwald Naila, zur Wahl. Er wünschte den beiden neu gewählten Schülervertretern viel Erfolg und zahlreiche interessante Erfahrungen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe.

Die Bezirksschülersprecherin gehört auf Landesebene mit den Vertretern der weiterführenden Schulen aller bayerischen Regierungsbezirke der Landesschülerkonferenz an. Diese wiederum wählt am 2. und 3. Dezember 2010 aus ihrer Mitte für ein Jahr ihren geschäftsführenden Vorstand, den Landesschülerrat.
Aus dem Kreis der Verbindungslehrerinnen und -lehrer auf Schulamtsebene erklärte sich Frau Birgit Turtenwald für ein weiteres Jahr bereit, Ansprechpartnerin für die Schülerinnen und Schüler auf Bezirksebene zu sein.
Vor der Wahl der Bezirksschülersprecher am Freitag erhielten die anwesenden Schülersprecherinnen und –sprecher während des Donnerstags ein Training zur Persönlichkeits- und Teambildung. Im Anschluss daran informierte Beratungsrektor Axel Hocke zum Thema "Demokratie und Toleranz".

Der bisherige Bezirksschülersprecher Sebastian Lein, der zugleich Vertreter der bayerischen Mittel-/Hauptschulen im Landesschülerrat war, stand nach dem Abendessen Rede und Antwort zu den Aufgaben und besonders den Anforderungen, die auf den Bezirksschülersprecher zukommen. Bis in die Abendstunden hinein diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit ihm Fragen und Anliegen aus ihrem Schulalltag und aus der Bildungspolitik.

Nach der Wahl erarbeiteten die auf Stadt- und Landkreisebene gewählten Schülersprecher folgende gemeinsame Anliegen und Vorhaben, die sie in die Landesschülerkonferenz einzubringen wünschen:Werbung für die neuen Mittelschulen: Die Qualität der Schüler an Haupt- und Mittelschulen soll positiv hervorgehoben werden.

Die Ausgestaltung von Ganztagesschulen

Forderung nach mehr Lehrkräften, individuellen Betreuungsmöglichkeiten und kleineren Klassen

Maßnahmen zur Prävention gegen Mobbing und Gewalt an SchulenZeitgleich diskutierten die Verbindungslehrer auf Schulamtsebene, wie die Arbeit der Schülermitverantwortung über die Landkreis- und Bezirksebene in den Schulen gestärkt werden kann.
Die wesentlichen Punkte fasste die neu gewählte Bezirksschülersprecherin Elen Accetta zum Ende der konstituierenden Bezirksschülerkonferenz zusammen: Sie beabsichtigt die Interessen der Mittel-/Hauptschüler selbstbewusst auf Landesebene zu vertreten.

http://www.schule-oberfranken.de/lehrerbildung/index.php?pid=298&eid=172&thema=Hauptschule

Eine starke Schülerstimme

Elen Accetta (15), Schülerin der Christian-Sammet-Mittelschule ist Bezirksschülersprecherin von Oberfranken


Sie will was bewegen. Schülersprecherin der Haupt- und Mittelschulen auf Landkreisebene, Elen Accetta, besucht die zehnte Klasse der Christian-Sammet-Mittelschule in Pegnitz. Ihr Engagement und ihr selbstsicheres Auftreten verhalfen der Schülerin zum nächsthöheren Rang: Elen wurde zur Bezirksschülersprecherin von Oberfranken gewählt. Sie redet mit uns über die Wahl und ihre bevorstehenden Aufgaben.

x-bay: Wie kam es dazu, dass du zunächst zur Hauptschulsprecherin auf Landkreisebene gewählt wurdest?

Elen: Meine Stärken sind vor Leuten zu reden und zu präsentieren. Außerdem bin ich sehr zielstrebig. Deshalb habe ich mich im Oktober dann um das Amt beworben und wurde ins Landratsamt in Bayreuth eingeladen. Dort haben sich mehrere Kandidaten vorgestellt. Es ging darum, seine Ziele zu beschreiben und zu erklären, warum man das machen will. Dort konnte ich überzeugen und wurde als Erste gewählt.

x-bay: Wie ging’s dann weiter? Mittlerweile bist du Hauptschulsprecherin für den ganzen Bezirk Oberfranken.

Elen: Mit meiner Stellvertreterin zusammen wurde ich am letzte Woche nach Kronach in die Festungsherberge eingeladen. Unser Vertrauenslehrer, Herr Ranninger, von der St. Georgen-Hauptschule hat uns dort hin begleitet. Dort hatten wir ein festes Programm. Anschließend haben sich alle partnerweise vorgestellt. Es gab ein Spiel zur Teamarbeit. Es gab Fortbildungen und Referate, beispielsweise zum Thema „Demokratie und Toleranz“. Wir haben viel diskutiert und Schlüsselqualifikationen und Führungspersönlichkeit geübt. Wir mussten so richtig für uns werben, ähnlich wie in einem Vorstellungsgespräch. Am Abend kam dann Sebastian zu Besuch, der bisherige Bezirksschülersprecher von Oberfranken. Er hat uns erzählt, was dieses Amt bedeutet, dass man viel Zeit opfern muss, sehr flexibel sein muss. Aber auch dass es eine tolle Aufgabe ist, weil man immer wieder viele neue Leute kennenlernt. Aber es ist auch eine Stresssache und es ist auch nur jemand dafür geeignet, der gut reden kann, gut werben kann, der sich fest mit beiden Beinen hinstellt und sagt ,Hey, Hauptschule kann sogar besser sein als Realschule und Gymnasium. Wir haben was drauf und sind nicht die Schlechtesten’. Am nächsten Tag konnte man sich dann für die Wahl des Bezirksschülersprechers aufstellen lassen.

x-bay: Wie viele Teilnehmer aus Oberfranken waren dabei?

Elen: Wir waren 21 Schüler aus ganz Oberfranken. Aus Bamberg, Coburg und so weiter. Es haben sich aber nur vier Schüler aufstellen lassen für die Wahl des ersten Bezirksschülersprechers. Die Sprecher der oberfränkischen Hauptschulen haben abgestimmt und ich habe mit der absoluten Mehrheit gewonnen. Julian Schütz (17) von der Volksschule Frankenwald Naila wurde als mein Stellvertreter gewählt.

x-bay: Was werden von nun an deine Aufgaben sein?

Elen: Ich bin jetzt bis Ende des Schuljahres im Amt, also bis zur nächsten Wahl. Meine Aufgabe ist es, alle Hauptschulen in ganz Oberfranken zu vertreten. Ich werde E-Mails bekommen von Schulen, die Probleme haben oder etwas ändern wollen, zum Beispiel wegen Ganztagesschulen oder Klassengrößen. Diese Probleme versuche ich zu lösen, indem ich mich mit den Teilnehmern des Landesschülerrats in Verbindung setzen werde. Wir reden über die Vorschläge und bestimmen, ob es funktioniert, ob man die Probleme lösen könnte. Wir versuchen dafür zu sprechen, dass die ganzen Vorurteile über Hauptschulen abgeschafft werden. Andere haben oft die Meinung, dass Hauptschüler nichts drauf haben und nichts können. Wir wollen das Gegenteil beweisen.

x-bay: Gibt es dazu konkrete Pläne? Wie wollt ihr dieses Ziel erreichen?

Elen: Wir haben zwei Plakate in Kronach gestaltet und viel über das Thema Klassenstärke gesprochen. Wir haben an den Hauptschulen oft viel zu große Klassen. Vorschläge dazu wären die Forderung nach mehr Lehrkräften sowie die Einrichtung von individuellen Lerngruppen. Das Thema Mobbing sollte auch unbedingt zur Sprache kommen. Wichtig ist, dass die Leute das Bild von uns haben, dass wir die Probleme in die Hand nehmen und auch wirklich etwas ändern wollen.

x-bay: Wie geht es für dich weiter?

Elen: Nächste Woche bin ich zwei Tage in München. Dort wird der Landesschülerrat gewählt. Es sind dann auch Gymnasiasten und Realschüler dabei. Ich würde gerne für den Landesschülerrat kandidieren. Ich hoffe einfach, unsere Schule und auch die anderen Hauptschulen gut vertreten zu können. Mir macht es Spaß, ich habe kein Problem, vor vielen Leuten zu reden.

x-bay: Das Amt scheint sehr zeitintensiv zu sein. Deine Abschlussprüfungen stehen vor der Tür. Wie bekommst du das alles unter einen Hut?

Elen: Wenn man ein Ziel vor Augen hat, dann schafft man das. Ich werde auch von meiner Schule richtig gut unterstützt. Ich werde Nachhilfestunden nehmen, um den Stoff nachzuholen, den ich durch die Treffen verpasst habe. Meine Klasse steht außerdem voll und ganz hinter mir. Ich denke, das krieg ich gut hin.

x-bay: Möchtest du dieses Talent später auch beruflich nutzen? Was würdest du gerne mal machen?

Elen: Ich habe vor, nach meiner mittleren Reife die private Dolmetscherschule in Würzburg zu besuchen. Ich bin Italienerin und mich würde etwas Sprachliches sehr interessieren. Ansonsten würde mich die Moderichtung reizen.

INFO Die Bezirksschülersprecherin der Mittel- und Hauptschulen gehört auf Landesebene mit den Vertretern der weiterführenden Schulen aller bayerischen Regierungsbezirke der Landesschülerkonferenz an. Diese wiederum wählt am Donnerstag, 2. Dezember, und Freitag, 3. Dezember, aus ihrer Mitte für ein Jahr ihren geschäftsführenden Vorstand, den Landesschülerrat.

NBK Pegnitz vom Mittwoch, 24. November 2010
Von Andrea Franz

Christkind wird Schülersprecherin im Landkreis

Pegnitz - Die Pegnitzer Schülerin Elen Accetta wurde zur Landkreisschülersprecherin für Haupt- und Mittelschulen gewählt. Die Wahl fand diese Woche im Landratsamt in Bayreuth statt.

Künftig werden je zwei Schüler(innen) für den Landkreis und zwei für die Stadt Bayreuth zuständig sein. „Es kam darauf an, sich gut zu präsentieren. Von der Arbeit als Christkind und der Schülerfirma bin ich es gewöhnt, vor Leuten zu sprechen“, sagt Elen Accetta.

Doch mit welchen Aufgaben ihr neues Amt verbunden ist, weiß die 15-Jährige noch nicht. „Am 18./19. November findet ein Treffen in Kronach statt. Dort werden wir über unsere Arbeit informiert“, erklärt sie. „In Kronach werden auch Zwei ausgewählt, die in München bei der Wahl zur bayerischen Schülersprecherin teilnehmen dürfen“, fügt sie hinzu.

„Wir haben uns sehr gefreut, dass eine Schülerin von unserer Klasse einen solchen Erfolg hat“, sagt der Konrektor der Christian-Sammet-Mittelschule, Günther Müller, der Elen Accetta vor der Klasse M10 eine Urkunde von der Schülermitverantwortung Oberfranken überreicht. Das Amt läuft ein Schuljahr, dann wird wieder neu gewählt.

Nordbayerische Nachrichten vom 28.10.2010