Sammet-Schüler nehmen Abschied von der Schulbank

Abschlussfeier in Auerbach - Neuer Name: Ab 1. August heißt es »Christian-Sammet-Mittelschule Pegnitz«

Der Schulverband Pegnitz-Schnabelwaid-Betzenstein-Plech kann auf seine Christian-Sammet-Schule stolz sein. Sie bietet nicht nur vielseitigen Unterricht, ist im Bereich Musikerziehung in Oberfranken führend, hat das bayernweit beachtete Schülerpatenprojekt eingeführt und bekommt ab dem neuen Schuljahr die wichtige Stelle einer Schulsozialpädagogin.

PEGNITZ - Das sind einige »Schlagzeilen« aus der Rede von Rektor Helmut Graf, gehalten bei der außerordentlich gut besuchten Abschlussfeier, bei der auch bekanntgegeben wurde, dass die Schule ab 1. August umbenannt wird. Ab diesem Zeitpunkt nennt sich die Lehranstalt »Christian-Sammet-Mittelschule Pegnitz«.

Laut Graf feiere man ein kleines Jubiläum, denn Pegnitz war eine der ersten Schulen in Bayern, die vor zehn Jahren den mittleren Schulabschluss eingeführt hat. In der ganzen Region sei dies zu einem Erfolgsmodell geworden, denn Wirtschaft und Gewerbe betrachten ihn als gleichwertigen mittleren Schulabschluss, eine Chance für viele Schülerinnen und Schüler, leichter eine Lehrstelle zu finden.

2011 zum Ball in die Turnhalle

Man verabschiede heute 68 Neuntklässler und 43 Zehntklässler und wie in den vergangenen Jahren werde dies auch wieder in festlichem Rahmen geschehen. Noch müsse man nach Auerbach zum Ball ausweichen, doch - so hofft Graf - könne man diesen im nächsten Jahr bereits in der neuen Wiesweiherturnhalle abhalten.

Zur Mittelschule nahm Graf grundsätzlich Stellung. Sie sei ein Alleinstellungsmerkmal in Bayern und bereits ab der fünften Klasse beginnen für die Schülerinnen und Schüler Betriebserkundigungen, Arbeitsplatzinterviews oder Orientierungspraktika. Wahlfächer wie Informatik oder Buchführung werden zusätzlich angeboten. Große Bedeutung habe die Kooperation mit externen Partnern, mit Firmen aus der Region oder den Berufsschulen vor Ort. Dasselbe gelte für die Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen, der IHK, HWK oder dem Arbeitskreis Schule und Wirtschaft.

Graf nahm auch zum Schülerpatenprojekt Stellung: Hier würden Schüler ab der achten Klasse mit schlechteren Startchancen von ehrenamtlichen Paten bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz betreut. Paten seien vor allem ehemalige Führungskräfte, die engen Kontakt mit den Lehrkräften, den Kammern oder den Berufsberatern halten.

Auch heuer könne man wieder einen grandiosen Erfolg melden, denn von 16 Schülern konnten zehn bei Firmen oder in einer Fachschule untergebracht werden. Für die übrigen gehe die Suche weiter und die Erfahrung habe gezeigt, dass kleine Betriebe auch noch nach August den einen oder anderen Platz zur Verfügung stellen. Allen an dieser Aktion Beteiligten dankte der Rektor, vor allem dem Initiator Franz Eller von der KSB, Peter Liewald von der IHK und Corinna Förster von der Wirtschafts- und Juniorenakademie.

Großes Interesse am M-Zug

Was den Mittlere-Reife-Zug beziehungsweise die Ganztagsbetreuung betrifft, erklärte Graf, dass es ab September drei Klassen gebe. Das Interesse hierfür sei so groß, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden konnten. Pegnitz habe zusammen mit Creußen einen Schulverbund gegründet, so dass auch dort das gesamte Angebot einer Mittelschule vorhanden ist.

Eine besondere Ehre ist für den Schulverbund, dass man zur Auftaktveranstaltung »Weiterentwicklung der Hauptschule zur bayerischen Mittelschule« in die Staatskanzlei als einzige von 19 oberfränkischen Schulen eingeladen wurde. Am 13. September werde man mit einer 25-köpfigen Delegation nach München fahren und dort mit Ministerpräsident Horst Seehofer und Kultusminister Ludwig Spaenle zusammentreffen.

Viele haben eine Lehrstelle

Erfreut war Graf, dass es sich ein Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise abzeichnet. Viele hätten ihren Ausbildungsplatz bereits in der Tasche. 114 Schülerinnen und Schüler haben sich dem qualifizierenden Hauptschulabschluss gestellt, 60 Prozent haben bestanden. Dies sei ein sehr gutes Ergebnis. Immerhin werde als Durchschnittsnote ein Befriedigend verlangt.

Den mittleren Schulabschluss haben alle 43 Prüflinge bestanden. Von den 68 Schülern in den »Regelklassen« haben laut Graf 40 eine Lehrstelle gefunden, von den 43 Schülern der zehnten Klassen haben 36 einen Ausbildungsplatz.

Dank sagte Graf den Entlassschülern dafür, dass sie durchwegs ein ordentliches Verhalten gezeigt hätten. Dank sagte er auch allen, die sich engagiert haben, ob nun bei »Schüler helfen Schülern«, als Schülerlotse, in Arbeitsgemeinschaften oder Instrumentalgruppen.

Zusammen mit den Klasslehrern Maria Lindner, Johanna Schoberth-Altkofer, Albrecht Heimberg, Arnold Berner und Markus Lehner und Bürgermeister Manfred Thümmler wurden die Klassenbesten ausgezeichnet.

Auszeichnung der Besten

Beim Quali schnitt Tobias Lorenz mit einem Notendurchschnitt von 2,0 ab, wie auch Stefanie Förster und Amelie Rogner. Für ihren Durchschnitt von 2,11 wurden Dominik Schamel und Franziska Sklenarsch ausgezeichnet. Mit 1,38 schaffte Sabrina Haas den mittleren Schulabschluss, Denise Göring kam auf 1,75, Sandro Ernst und Tobias Hofmann jeweils auf 1,88.

Es gab noch weitere Auszeichnungen: Julia Förster, Natascha Grosch, Sandra Schoppa und Sara Serone siegten beim Wettbewerb »Das perfekte Dinner«. Verabschiedet wurden an diesem Abend aus dem Elternbeirat Jutta Siewert und Helmut Bauer.

Bürgermeister Manfred Thümmler dankte den Paten und gratulierte den Schülerinnen und Schülern zu ihren Leistungen.

Claus Volz 23.7.2010 16:45 MEZ

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